mytaxi – free now – uber?

Vor 10 Jahren wurde in Hamburg die Taxi-App mytaxi gegründet und startete wie ein Lauffeuer durch den deutschsprachigen Raum. Ganze Städte fuhren nur noch mit der Taxi-App. In München beispielsweise waren tausende Taxis an die App angeschlossen.

Natürlich versuchte mytaxi auch in Graz Fuß zu fassen. Das ganze wurde sehr professionell durchgeführt. Wöchentlich gab es Meetings und Treffen, um Unternehmer zu lukrieren. Auch ich habe mir das angesehen. Ein erster Schritt waren immer die Hotels. Bei Gesprächen mit Mitarbeitern erfuhr ich, dass es immer wieder in den Städten Probleme gab, wo die Funkzentralen gut aufgestellt waren und sich fair gegenüber den Taxiunternehmern verhielten. Auch die Funkgebühr durfte nicht zu hoch sein. In Graz war es schwierig an die Hotels heranzukommen.




Eine Zeit lang hatte man einige Fahrer unterwegs, da aber das Geschäft nicht besser wurde, meldeten sich immer weniger an und so konnte sich mytaxi in Graz nicht dauerhaft etablieren. Anders als im Rest von Europa, wo die täglich vermittelten Fahrten immer mehr in die Höhe schossen.

Bereits 2014 erwarb Daimler die mehrheitlichen Anteile an mytaxi und man dachte schon damals, wohin der Weg führen könnte. E-Mobilität, autonomes Fahren und die Übernahme des Marktes direkt durch einen Automobilkonzern. So musste man nicht mehr mit Taxiunternehmen verhandeln, sondern konnte vielleicht in naher Zukunft das Maximum aus dem Markt holen.

Im Jahre 2019 kaufte sich dann auch BMW bei mytaxi ein und die Marke wurde auf free now unbenannt. Die Möglichkeiten der App sollten auf Carsharing (share now), Parkgebühren zahlen (park now), Laden für Elektrofahrzeuge (charge now), Reiseplanungen (reach now) und eben Funkmietwagendienste ausgeweitet werden.

Dann kam aber eben das Coronovirus und damit die Pandemie, die die Pläne der Automobilhersteller durchkreuzte. Um Geld zu lukrieren wird jetzt über einen Verkauf der App nachgedacht oder steht kurz bevor. Da die App aber bereits einen Marktwert von 1 Milliarde Euro hat und in 100 Städten in neun europäischen Ländern aktiv ist, gibt es nicht viele Käufer.

Ja, nicht die Automobilhersteller werden der größte Konkurrent der Taxiunternehmer, nein, ein altbekannter tritt wieder hervor und könnten auf einen Schlag 14 Millionen Kunden für sich gewinnen und damit der Taxibranche einen massiven Schlag verpassen, denn dann würden von einem Tag auf den anderen Millionen von Fahrten täglich von der Taxibranche zu Uber wandern. Das war wohl nicht im Sinne des Erfinders.

Bildquelle: Pixabay.com – CC0 Public Domain
Verfasser: Herbert Schrey
Veröffentlichung durch: Taxi Graz

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